![]() Nachhaltiges Wirtschaften – Umweltbewusste Produktion! Zertifizierungen sind in! – Aber machen sie auch Sinn? Nach den Zertifizierungen gemäß ISO ist immer mehr von FSC und PEFC- Zertifizierungen, sowie den Beurkundungen für ein „Klimaneutrales drucken“ und „CO2 geprüft“ die Rede. Während die ISO-Zertifikate noch ein innerbetriebliches Qualitäts- und Umweltmanagement einer Druckerei regeln bzw. nachvollziehbare Produktionsabläufe dokumentieren, liegen die Ursprünge für FSC und PEFC an ganz anderen Orten. Beides sind Prüfstandards für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft in der nachhaltig die Pflege und der Bestand von Nutzholzwäldern dokumentiert wird. Der Grundgedanke liegt insbesondere im Schutz der Urwälder mit seinen Tropenhölzern und der Verhinderung von Raubbau an natürlichen Ressourcen in politisch unstabilen Ländern. Damit das ursprüngliche Produkt (Holz) möglichst lange in seiner Verarbeitung bis zum Endprodukt verfolgt werden kann, sollten alle teilhabenden Verarbeiter zertifiziert sein. Im Fall des Papiers ist das neben dem Forstwirt, auch der Zellstofffabrikant und die Papierfabrik, die ein fertiges Produkt in Rollen- und Bogenform ausliefert. Ab hier kann die Frage gestellt werden, warum müssen der nachfolgende Papiergroßhändler und die Druckerei nach diesen Kriterien zertifiziert sein? Sie handeln mit einem fertigen Produkt und geben ihm noch einige andere Produkte mit bei, aber der Verarbeitungsprozess des Holzes ist bei der Papierfabrik abgeschlossen. Bei Tischlereien sind diese Zertifizierungen bekannt, aber nur als Klassifizierung für ihren Einkauf. Für eine entsprechende Zertifizierung muss eine Druckerei eine Dokumentation führen, über die Mengen der zertifizierten Papiere, die in ihrem Produktionsablauf verarbeitet werden. Bei Zahlung einer entsprechenden Zertifizierungsgebühr an einen autorisierten Prüfer, erhält die Druckerei ein Zertifizierungslogo und eine Nummer, die sie dann bei entsprechend zertifizierten Papieren mitdrucken darf. Ansonsten kann und darf jede Druckerei diese zertifizierten Papiere bedrucken und verarbeiten. Zwischennote Zellstoff für die Papierherstellung wird überwiegend aus Hölzern gewonnen, die bei der Durchforstung eines Waldes anfallen. Es handelt sich hierbei um kranke und schwache Bäume oder um Wuchs, der überschüssig ist und später andere Bäume an einem gesunden Wachstum behindern würde. Ohne diese Flurbereinigung würde ein Wald erkranken. Die ausgewachsenen Bäume werden größtenteils für die Bau- und Möbelindustrie gefällt und aufbereitet. Übrigens – wussten Sie, dass bei der Herstellung der meisten Recyclingpapiere mehr Energie aufgewendet wird als bei der herkömmlichen Produktion. Im Extremfall bis zur 10-fachen Menge. Eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist einer der wichtigsten Punkte um das Klima auf diesem Planeten wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Bereits heute ist der jährliche CO2-Anfall dreimal so hoch wie unsere Erde von allein abbauen kann. Neben Aufforstung, Naturrückbau und entsprechender Behandlung von Böden zur Erhöhung des CO2-Abbauvolumen müssen besonders die Industriestaaten ihren Anteil an diesem Gasaufkommen drastisch reduzieren. Darum ist es wichtig, hier vor Ort, alle Möglichkeiten für eine ökologisch vertretbare Produktion anzuwenden. Einer der ersten Schritte ist bei allen Zertifizierungen eine Bestandsaufnahme der eingesetzten Energie- und Materialmengen. Bei „Klimaneutral“ und „CO2-geprüft“ werden für alle Werkstoffe, Tätigkeiten und Arbeitsmengen die CO2-Mengen ermittelt um bei der Fertigung eine CO2-Bilanz zu erstellen. Die ermittelten Mengen können vom Endkunden, über den Erwerb von Emissionsrechten, ausgeglichen werden. Die hierfür bezahlten Gelder werden in Projekte für erneuerbare Energiegewinnung, nachwachsende Rohstoffe oder ähnliche umweltschonende Maßnahmen investiert. Der überwiegende Teil der Empfänger liegt in Ländern der „Dritten Welt“ und sogenannte Schwellenländer. Zertifikate wie Ökoprofit und EMAS gehen hier weiter in die richtige Richtung. Die klare Dokumentation eines Umweltmanagements liegt hier vor und das Hauptziel einer Eigenreduzierung an Energien und Material ist im Vordergrund. Umsetzung von Projekten zur Energieeinsparung, bei gleichzeitiger Kosteneinsparung und CO2-Minimierung werden in Nachhaltigkeitsberichten und Umwelterklärungen publiziert. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist, bei einer Betriebsgröße ab 50 Mitarbeiter oder bei jährlichen Energiekosten ab 150.000 Euro, eine solche Zertifizierung unter Umständen sehr sinnvoll. Eines haben alle Zertifizierungen gemeinsam – sie kosten jährlich, jede für sich, bereits ohne Eigenleistung, einen vierstelligen Euro-Betrag. Kosten die nicht weitergeben werden können und die viele Druckereien generell nicht erwirtschaften. |
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